A Design Tool

So funktioniert’s

Von der IFC-Datei (oder einer Handvoll Eingaben) zur belastbaren Klimabilanz — was A Design Tool rechnet, woher die Zahlen kommen und wo die Grenzen liegen.

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  1. Modell importieren — oder von Hand anlegen

    Importiere eine IFC-Datei aus deinem CAD (z. B. ArchiCAD, Revit). Das Tool erkennt Bauteile, Geometrie und Geschosse, schätzt die Brutto-Grundfläche und ordnet jede Ebene automatisch einer Bauteilgruppe und einem Material zu. Tipp für ArchiCAD: als IFC4 „Design Transfer“ mit der Option „Export Presentation Layers“ exportieren — dann gelingt die Zuordnung am besten.

  2. Prüfen und bestätigen

    Du korrigierst nur, wo es nötig ist: In der Import-Tabelle prüfst du jede Zeile, unklare Zeilen kann die KI ergänzen — nachvollziehbar im KI-Log. Danach weist du im Editor Material, Menge und Lebensweg zu (Neubau, Bestand, Reuse, Abriss). Jede Änderung wirkt sofort auf alle Bilanzen.

  3. Varianten vergleichen und entscheiden

    Lege Entwurfs-Varianten an — z. B. „Bestand erhalten“ gegen „Abriss + Neubau“ — und stelle sie nebeneinander: CO₂, Recycling, Kosten und graue Energie im direkten Vergleich, die jeweils beste Variante hervorgehoben. Exportiere das Ergebnis präsentationsfertig für Plan und Bauherrengespräch.

Ohne CAD anfangen

Ein IFC-Modell ist keine Voraussetzung. Im Editor legst du Bauteile direkt an — Material wählen, Menge als Volumen oder Fläche × Dicke eingeben, fertig. So entsteht auch im Wettbewerb, wenn es noch kein Modell gibt, in wenigen Minuten eine erste belastbare Größenordnung.

Was gerechnet wird: CO₂

Die CO₂-Berechnung folgt der Lebenszyklus-Systematik nach EN 15978. Du wählst, wie viel vom Lebensweg einfließt: „Nur Herstellung“ (Phasen A1–A3 — Rohstoffe, Produktion, Transport zur Fabrik) für den schnellen Überblick, oder der „komplette Lebensweg“ (A1–C, zusätzlich Baustelle, Einbau, Nutzung und Rückbau) als die ehrlichere Bilanz — besonders wenn du Bestand erhältst oder Bauteile wiederverwendest.

Das Recyclingpotenzial (Modul D) wird standardmäßig separat ausgewiesen und nicht in die Bilanz eingerechnet — so verlangt es die Norm. Es lässt sich per Schalter zuschalten; die DGNB-Einordnung rechnet bewusst immer ohne Modul D.

Recycling & Rückbaubarkeit

Das Tool zeigt die zu erwartende Recyclingfähigkeit je Bauweise als belegten Wertebereich (von – typisch – bis), unterscheidet echten Kreislauf von Downcycling und weist die Entsorgungswege aus (Recycling, thermische Verwertung, Deponie) — samt CO₂-Gutschrift aus Modul D.

Die Rückbaubarkeit bewertet je Bauteilgruppe, wie gut sich die Schichten wieder sortenrein trennen lassen (gut, bedingt oder schwer trennbar, angelehnt an DGNB TEC 1.6). Das ist eine Einschätzung — sie verändert die Recyclingquote nicht.

Graue Energie & Kosten — mit Grenzen

Die graue Energie wird als Primärenergie (PENRT) in MJ und kWh ausgewiesen — also die Energie, die in Herstellung, Transport und Einbau steckt. Der laufende Heizwärmebedarf (Q_H) steckt bewusst nicht in dieser Zahl — die Betriebsenergie rechnet das Tool noch nicht.

Die Kosten schätzen die reinen Baukonstruktionskosten (Kostengruppe 300, ohne Haustechnik) aus Pauschalwerten je Bauteilgruppe und Bauweise — als Spanne von–bis, in € oder CHF je nach Norm. Alle diese Werte sind Größenordnungen für Entwurfsentscheidungen, keine prüffähigen Angebotspreise.

Einordnung: Benchmarks, DGNB, QNG

Benchmarks ordnen deine Zahlen gegen übliche Referenzwerte ein; eine grobe DGNB-Orientierung (Bronze bis Platin) zeigt, wo der Entwurf steht — sie ersetzt keine Zertifizierung.

Der QNG-Förder-Check ist ausdrücklich eine Näherung: Er zeigt, wie viel des QNG-Budgets deine Konstruktion allein schon belegt — für Wohn-Neubauten auf deutscher Normbasis, bezogen auf die BGF. Die offiziellen Grenzwerte enthalten zusätzlich den Betrieb; ein echter QNG-Nachweis läuft über Auditor:innen.

Was die KI tut — und was nicht

Der KI-Assistent kennt deine Varianten: Er erklärt die Bilanz, deckt die größten CO₂-Treiber auf, schlägt CO₂-ärmere Materialien vor und legt auf Wunsch eine optimierte Variante an — Vorschlag für Vorschlag zum Übernehmen oder Überspringen; fachlich ungeeignete Tausche werden ausgefiltert.

Die Arbeitsteilung ist fest: Die KI liefert Ideen, Texte und Vorschläge — alle Zahlen kommen aus der geprüften, deterministischen Berechnung des Tools.

Die Grenzen — offen gesagt

A Design Tool rechnet in jeder Leistungsphase — mit dem Detailgrad, den das Modell hergibt, vom ersten Konzept bis in die Ausführungsplanung. Was es nicht ausstellt, ist der geprüfte QNG-/DGNB-Nachweis: Den erteilen Auditor:innen. Die Anerkennung durch die Zertifizierungsstellen ist Arbeit, die läuft.

Die Kostenschätzung bleibt eine Größenordnung für Entwurfsentscheidungen, keine prüffähige Kostenberechnung. Der Heizwärmebedarf (Betriebsenergie) wird noch nicht berechnet. Und: Die CO₂-Werte der beiden Normbasen (DIN/ÖKOBAUDAT und SIA/KBOB) sind nicht direkt vergleichbar — vergleiche Varianten immer innerhalb derselben Norm.

Begriffe kurz erklärt

Lebenszyklus
Der ganze Weg eines Bauteils: Herstellung → Einbau → Nutzung → Rückbau → Recycling.
Herstellung (A1–A3)
Rohstoffe, Produktion und Transport zur Fabrik. Im Modus „Nur Herstellung“ rechnet das Tool nur diesen Teil.
Kompletter Lebensweg (A1–C)
Zusätzlich Transport zur Baustelle, Einbau, Nutzung und Rückbau. Das Recyclingpotenzial (Modul D) zählt standardmäßig nicht in diesen Wert, sondern wird separat ausgewiesen.
CO₂ (GWP)
Die Treibhauswirkung eines Materials, umgerechnet auf CO₂.
Graue Energie (PENRT)
Die Energie, die in Herstellung, Transport und Einbau steckt — nicht der Heizbedarf im Betrieb.
Recycling-Gutschrift (Modul D)
Geschätzte Entlastung, wenn ein Material am Lebensende recycelt wird. Wird standardmäßig separat ausgewiesen.
Rückbaubarkeit / Trennbarkeit
Wie gut sich die Schichten eines Bauteils am Lebensende wieder sortenrein trennen lassen (gut / bedingt / schwer trennbar, angelehnt an DGNB TEC 1.6). Eine Einschätzung — sie verändert die Recyclingquote nicht.
Grundfläche (BGF)
Die gesamte Geschossfläche in m². Nötig für die Kennzahlen „pro m²“.
Bauweise
Woraus ein Bauteil im Kern besteht: Beton, Mauerwerk, Holz, Stahl oder Glas.
Lebenszyklus-Status
Neubau · Bestand (bleibt erhalten) · Reuse (wiederverwendet) · Abriss.
Material-Datenbank
ÖKOBAUDAT (Deutschland) bzw. KBOB (Schweiz) — liefert die CO₂- und Energie-Werte je Material.
DGNB-Einordnung
Grobe Orientierung Bronze / Silber / Gold / Platin. Ersetzt keine echte Zertifizierung.
Heizwärmebedarf (Q_H)
Energie fürs Heizen im laufenden Betrieb. Im Tool noch nicht berechnet.
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